Projektbeschrieb

Während meines Atelieraufenthalts im Quartier21 arbeitete ich an einem Trailer für das Tricky Women Festival 2012. Thematisch und gestalterisch liessen mir die Festivalleiterinnen grosse Freiheit und ich nutzte die ersten Wochen dazu, einige Techniken auszuprobieren. Ich entschied mich schliesslich für eine Mischung aus Lege- und Zeichentrick und bastelte mir dazu eine improvisierte Vorrichtung aus drei Glasplatten, die ich mit meinem Leuchtpult von unten beleuchtete. Auf die drei Ebenen konnte ich nun Elemente legen oder auch direkt auf die Glasplatte zeichnen/malen.
Ich habe Elemente vorbereitet, die auf Transparentpapierstückchen gezeichnet und „vor-animiert“ sind. Wenn ich nun die Papierstückchen Bild für Bild austausche, bewegen sich die Zeichnungen darauf. Auf das Glas lässt sich gut mit Tinte zeichnen oder malen. Diese Zeichnungen werde ich Bild für Bild verändern und so animieren. Die drei Ebenen ergeben einen dreidimensionalen Effekt und es lässt sich mit Tiefenschärfe arbeiten.

Gleichzeitig machte ich mir über den Inhalt Gedanken. Der Trailer sollte irgend etwas mit Animationsfilm zu tun haben. Für mich bedeutet Animation die Möglichkeit, in eine Zauber- und Wunderwelt einzutauchen und besonders bei Festivals, wo man jeweils fast den ganzen Tag im Kino verbringt kann es bisweilen richtig schwierig werden, den Bezug zur „richtigen Welt“ nicht zu verlieren. Ich entschied mich also, dass der Trailer in einer Zauber- und Wunderwelt spielen sollte, irgendwo zwischen Realität, Phantasie und Traum. Ich entwickelte schliesslich eine Geschichte, ausgehend von Ideen und Assoziationen, die mir unabhängig voneinander in den Sinn gekommen sind. Es ist nun eine Aneinanderkettung von seltsamen Begebenheiten und Begegnung geworden, die eigentlich nicht viel miteinander zu tun haben, aber trotzdem führt eins zum andern.

1. Szene: Das ganze Bild ist am Anfang schwarz bemalt. Dann bilden sich Streifen, die nach oben verschwinden und das Bild nun freigeben. Da steht ein Vogel, er entdeckt einen Mückenschwarm und läuft darauf zu. Aber in der Zwischenzeit erscheint ein riesiger Vogelkopf, der die Mücken auffrisst, der kleine Vogel fliegt davon. Der grosse verschwindet.

2. Szene: Ein Haus erscheint (es baut sich selber / faltet sich auf), die Tür geht auf, ein Hund kommt heraus. Gleichzeitig erscheinen zwei Frauen im Vordergrund (sie werden wie von einer unsichtbaren Hand gezeichnet) und fangen an zu reden und gestikulieren. Aus ihren Worten bildet sich eine Wolke, die immer grösser wird und schliesslich zu regnen beginnt. Der Regen wäscht die beiden Frauen weg, die mit Tinte gezeichnet sind. Der Hund, der inzwischen etwas herumgelaufen ist, beginnt zu rennen, weil er den Regen nicht mag. Er rennt aus dem Bild.

3. Szene: Eine Tasse erscheint gross im Vordergrund und wird vom Regen aufgefüllt. Der Hund rennt wieder ins Bild, er schüttelt sich weil er nass geworden ist. (Im Hintergrund sieht man eine Frau in einem Café, die die selbe Tasse vor sich auf dem Tisch stehen hat.) Der Hund entdeckt die Tasse und bellt sie an. Die Frau schaut auf und beginnt mit dem Löffel in der Tasse zu rühren. Die Tasse zerspringt, und überschwemmt das Bild (es bildet sich aus dem Kaffee ein Meer), die Frau schaut erstaunt / erschrocken auf.

4. Szene: Im Vordergrund erschein ein Fels. Auf dem Meer kommt ein Eisbär auf einer Eisscholle geschwommen. Als er am Fels vorbei ist, fängt der an, sich zu bewegen und man sieht, dass es eigentlich ein Braunbär ist, der nun dem Eisbär nachschaut. Gleichzeitig erscheinen im Hintergrund unzählige Zahnräder, die ein riesiges Gebilde bilden. Es ist eine Wolkenmaschine, die mehrere Wolken “ausspuckt”. Die letzte Wolke bedeckt das ganze Bild mit schwarz.

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